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‚Viele Paare sind sich der Relevanz des fruchtbaren Fensters nicht bewusst.’
Ich habe Lea kennen gelernt, bevor das AVA Armband überhaupt auf dem Markt war. Als sie mir davon erzählt hat, war ich sofort begeistert. Endlich ein Produkt, welches wissenschaftlich fundiert ist und gleichzeitig kundenfreundlich: Das heisst, einfach verständlich wie auch komfortabel und diskret.
Lea von Bidder – AVA Gründerin
Lea von Bidder hat an der Universität St. Gallen, in Lyon, China, Montreal und den USA studiert. Mit 22 Jahren gründete sie ihr erstes Start-up. 2014 gründete sie dann zusammen mit drei Jungunternehmern die Firma AVA, die 2016 das Hormon-Tracking-Armband für Frauen mit Kinderwunsch lancierte. Vom amerikanischen Wirtschaftsmagazin Forbes wurde Lea von Bidder 2017 auf die Liste der wichtigsten «30 Jungunternehmer unter 30 Jahren» aufgenommen.
Warum hast Du Dich dafür entschieden in dieses Geschäft einzusteigen und das Armband AVA für Frauen mit Kinderwunsch mit zu entwickeln? Was war Deine Motivation? Was war der Reiz?
Ursprünglich ist mein Mitgründer auf mich zugekommen, der damals versucht hat mit seiner Partnerin schwanger zu werden. Die beiden waren frustriert von den existierenden Zyklustrackern und wir haben die Chance gesehen, hier mit unserem fachspezifischen Background etwas Besseres entwickeln zu können. Frauenanliegen waren mir schon immer sehr wichtig. Da kam es nur natürlich, dass ich Feuer und Flamme war bei einem Projekt mitzuarbeiten, bei welchem wir den Alltag von zahlreichen Frauen erleichtern können und dabei einen wichtigen Beitrag zu women’s health research leisten können.
Welches ist die grösste Herausforderung mit der Kinderwunsch-Paare heutzutage konfrontiert sind? Welches sind mögliche Lösungen?
Meiner Meinung nach ist die grösste Herausforderung widersprüchliche & unklare Informationen und falsche interne und externe Erwartungen in einer ohnehin sehr emotionalen Zeit. Viele Paare erwarten fälschlicherweise, dass sie sofort und ohne viel Aufwand einen positiven Schwangerschaftstest in der Hand halten werden. Wenn das nicht passiert ist es oft schwierig die richtigen und relevanten Informationen zu finden, die tatsächlich helfen können.
Empfehlungen
Welches ist der häufigste Fehler, den Kinderwunsch-Paare machen? Wie könnte man diesem entgegen wirken?
Grundsätzlich ist der Weg zum Wunschkind individuell und bereits schwierig genug. Man sollte auf jeden Fall nicht davon sprechen, dass Kinderwunsch-Paare auch noch Fehler machen! Ich habe allerdings einen Tipp, der vor allem Paare betrifft, die sehr früh im Prozess sind: Viele Paare die gerade erst anfangen zu probieren sind sich der Relevanz des fruchtbaren Fensters nicht bewusst. Sie wollen sich nicht damit beschäftigen oder halten es noch nicht für nötig. Das bedeutet sie sind oft schon sehr frustriert, wenn sie die Signifikanz des fruchtbaren Fensters und des Zyklustracking lernen. Das ist schade.
Welchen Geheimtipp gibst Du Paaren mit auf den Kinderwunsch-Weg?
Viele Frauen, die früh anfangen ihren Zyklus mit Ava zu tracken, lieben die Resultate und Insights, die sie über ihren Körper und ihre Gesundheit erhalten. Mein Tipp (Wunsch?) ist es den Zyklus zu tracken nicht als notwendiges Übel zu sehen sondern als Möglichkeit endlich seinen Körper besser kennenzulernen.
Wünsche und Erfolge von Lea von Bidder
Wenn Du mit dem Finger schnippen könntest und einen Faktor im Bereich des unerfüllten Kinderwunsches ändern könntest: Was wäre es?
Es wäre definitiv viel einfacher für alle Beteiligten, wenn fruchtbare Tage irgendwie klar erkennbar wären. Das würde zwar Ava obsolet, aber das Leben aller Paare viel einfacher machen.
Auf was in Deinem Leben bist Du stolz?
Ich bin stolz darauf an etwas zu arbeiten, was die Wissenschaft im women’s health Bereich vorwärts bringt.
Was ist Dein ganz persönlicher grösster Erfolg als Unternehmerin?
Die erste Schwangerschaft einer Kundin von uns wird mir immer bleiben – Ein grossartiger Moment!
Persönlich
Was war der beste Ratschlag, den Du je bekommen hast?
Es ist ein Marathon, kein Sprint.
Welches Buch hat Dein Leben verändert und weshalb?
Sheryl Sandberg’s Lean In – Die Erkenntnis, dass selbst Frauen eine sexistische Bias haben können finde ich sehr relevant.
Liebe Lea, ich danke Dir ganz herzlich für die geschenkte Zeit und die Beantwortung unserer Fragen!
Das Ava Armband nutzt Sensortechnologie, um herauszufinden, was wirklich mit deinem Zyklus passiert – egal ob du schwanger werden möchtest oder einfach nur deinen Körper besser verstehen willst. Ava wird nur nachts im Schlaf getragen und macht dem Rätselraten rund um den Eisprung und die Fruchtbarkeit ein Ende.
Heute in zwei Wochen: Natürliche Empfängnisplanung
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]]>“Mein Tipp für Kinderwunsch-Paare: Nicht zu lange warten und dran bleiben.”
Ich bin eigentlich mehr durch meine Klientinnen als über andere Wege auf Frau Dr. Berger aufmerksam geworden. Sie haben immer wieder vorgeschwärmt, wie persönlich, emphatisch und gleichzeitig professionell man bei ihr behandelt wird. Auffallend bei unserem ersten Besuch: Ein leeres Wartezimmer. Dies nicht etwa weil keine Patienten da sind, sondern weil man sie nicht warten lässt. Das steht hoch oben auf der Prioritätenliste. Ein top Praxismanagement, wie man es selten antrifft. Und etwas, was gerade Kinderwunsch-Paare zu schätzen wissen. Genau so gestaltet sich unser telefonisches Interview. Erika am Empfang sagt mir ‘los emol, ich leite Dich gleich weiter, denn sie hat genau 20 Minuten Zeit. Musst einfach noch schnell die andere Nummer anrufen, damit wir unsere Patientenanrufe nicht blockieren.’ 
Dr. Elisabeth Berger als Kinderwunschärztin
Elisabeth Berger verbrachte ihr Kindheit in Günsberg, wo sie mit ihren zwei Geschwistern aufwuchs. Sie studierte an der Universität Bern Medizin und schloss das Studium 1988 ab. Danach arbeitete sie in Interlaken, sowohl auf der gynäkologischen als auch auf der chirurgischen Abteilung und war mehrere Monate für die Rega tätig. Die Jahre vor ihrer Praxiseröffnung 1999, war sie in der Frauenklinik des Universitätsspital Bern angestellt. Zuerst als Assistenzärztin, die letzten drei Jahre als Oberärztin. Gleichzeitig leitete sie das IVF–Zentrum der Frauenklinik.
Falls sie nicht arbeitet, ist sie am Joggen oder im Winter auf allen möglichen Brettern (Langlauf, Skifahren, Snowboarden, Schlitteln, Tourenskifahren). Zeit zu haben, um mit ihrer Familie etwas zu unternehmen, findet sie das Schönste.
Frau Dr. Berger, warum haben Sie sich dafür entschieden Kinderwunsch-Ärztin zu werden? Was war Ihre Motivation? Was war der Reiz?
Ich habe mich erst dazu entschieden, als ich bereits einige Zeit Gynäkologie und Geburtshilfe gemacht habe. Da wurde ich angefragt, ob ich nicht Interesse hätte, im Frauenspital einzuspringen. Das war vor 25 Jahren. Es war also alles eher Zufall als Plan. Weshalb bin ich dabei geblieben? Ich habe das Gefühl, dass ich ganz viele Paare ein Stück auf ihrem Weg begleiten kann. Und ich habe extrem Freude, wenn Frauen schwanger werden. Ich empfinde es nicht nur als fachliches, sondern auch als persönliches Engagement und bin während meiner Arbeit mit Herz und Seele involviert. Wenn es klappt, freue ich mich extrem.
Welches ist die grösste Herausforderung, mit der Kinderwunsch-Paare aus Ihrer Sicht heutzutage konfrontiert sind? Welches sind mögliche Lösungen?
Ich glaube, das Schlimmste ist, dass man heute alles haben kann, was man ganz fest will. Man kann sich alles erarbeiten und erkämpfen. Und dann hier eingestehen zu müssen, dass man begrenzten Einfluss hat und der Kinderwunsch etwas ist, was man nicht selber steuern kann, das ist schwierig für die Paare. Es ist eine Herausforderung, daran nicht zu zerbrechen. Hinzu kommt, dass alle, die selbst leicht zu ihren Kindern kamen, das Gefühl haben, dass dies das Normalste der Welt ist. Sie sehen dann auch manchmal die negativen Seiten des Elternseins und haben das Gefühl, den kinderlosen Paaren fehlt gar nicht so viel. Damit umzugehen, ist für diese Paare nicht einfach. Eine Lösung kann sein, dass sie sich öffnen, darüber sprechen und sich ein Umfeld erschaffen, dem man vertrauen kann.
Empfehlungen der Kinderwunschärztin
Welches ist der häufigste Fehler, den Kinderwunsch-Paare machen? Welches sind Ihre Erfahrungen und wie könnte man diesem entgegen wirken?
Zu lange zu warten und danach nicht dran zu bleiben. Die Paare sollten früher anfangen, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.
Welchen Geheimtipp geben Sie Paaren mit auf den Kinderwunsch-Weg?
Bei sich zu bleiben und für sich Nischen und Freuden zu finden. Manchmal sage ich ‘Macht doch an den Wochenenden genau das, was Paare mit Kindern nicht tun können.’.
Wünsche und Erfolge von Dr. Berger
Wenn Sie mit dem Finger schnippen könnten und einen Faktor im Bereich des unerfüllten Kinderwunsches ändern könnten, was wäre es?
Da gibt es zwei Dinge: Erstens, dass die Eizellen nie alt würden. Zweitens würde ich gerne zaubern und voraussehen können. Ich würde gerne von Anfang an wissen, ob es irgendwann mal klappt oder nicht. Denn es fragen so viele meiner Patientinnen, ob ich das Gefühl habe, dass es je klappen wird. Und dazu habe ich einfach keine Antwort. Mit diesem Wissen, könnte ich den Paaren, bei denen es mal klappen wird, das Vertrauen mitgeben. Hingegen aber auch den Paaren, bei denen es nie funktionieren wird sagen, dass sie den Aufwand nicht betreiben müssen.
Auf was in Ihrem Leben sind Sie stolz?
Auf meine Tochter und auf meine Familie. Und darauf, dass es mir gelungen ist, Familie und Beruf in Harmonie leben zu können.
Was ist Ihr ganz persönlicher grösster Erfolg als Kinderwunsch-Ärztin?
Es sind alle Patientenpaare, deren Ausgangslage ganz schwierig war. Sei es medizinisch gesehen oder psychisch. Wenn ich da einen Weg finde oder wenn diese ‘auftun’ können und schwanger werden: Fantastisch! Das finde ich wahnsinnig toll und da bin ich dann auch richtig richtig stolz! (lacht)
Persönlich
Was war der beste Ratschlag, den Sie je bekommen haben?
Geduld und ein gewisses Grundvertrauen ins Leben zu haben.
Welches Buch hat Ihr Leben verändert und weshalb?
Ich lese extrem viel, deshalb ist die Frage gar nicht so einfach zu beantworten. Wahrscheinlich war es ‘Siddhartha’ von Hermann Hesse. Als ich es gelesen hatte, war ich noch richtig jung und dieses Buch hat damals irgendetwas in mir ausgelöst und verändert.
IVF-Team Lindenhofspital
Dr. med. Elisabeth Berger-Menz
Bremgartenstrasse 119, 3012 Bern
Tel. 031 300 95 41
“Wir haben sehr persönlichen und direkten Kontakt mit den Paaren. Das bedeutet, dass die Paare von einer Ärztin/einem Arzt betreut werden und somit keinen Wechsel in der Betreuung haben. Wir sind offen für viele verschiedene, in der Schweiz zulässige Therapien, beraten gerne und begleiten die Paare, nachdem wir einen gemeinsamen Weg finden.”
Heute in zwei Wochen: 5 Minuten mit Anja Koller, Akupunkteurin & TCM-Therapeutin
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Persönliches
Als gelernte Pharmaassistentin arbeitete Anja Koller über mehr als zehn Jahre in einer Apotheke. 2009 mit Abschluss des Studiums der Chinesischen Medizin widmete sich Anja Koller dem Thema Kinderwunsch und Gynäkologie in der TCM. Seit 2012 führt sie ihre eigene Praxis in St. Gallen und behandelt und begleitet tagtäglich Frauen und Paare bei ihrem Wunsch nach einem Kind. 2013 liess sie sich zusätzlich zur Spezialistin Repromedizin in TCM ausbilden. Anja Koller ist verheiratet und wohnt mit ihrem Mann nahe von St. Gallen.
Was war Deine Motivation Dich in Deiner Arbeit als TCM-Therapeutin gerade auf das Thema Kinderwunsch zu spezialisieren?
Ich kam nach meiner Grundausbildung als Pharmaassistentin schnell auf die chinesische Medizin. Während dem Studium hat sich dann herauskristallisiert, dass ich mich unbedingt auf einem Thema spezialisieren möchte. Ich bin dann eigentlich wie die Jungfrau zum Kinde zu einem Praktikum bei Esther Denz gekommen, die auf Kinderwunsch spezialisiert ist. Da hatte ich die perfekte Möglichkeit mich während 5 Jahren im Thema Kinderwunsch zu vertiefen, was mich total fasziniert hat und immer noch begeistert.
Welches ist die grösste Herausforderung mit der Kinderwunsch-Paare heutzutage konfrontiert sind? Welches sind mögliche Lösungen?
In der heutigen Zeit ist alles planbar: Job, Ausbildung, Karriere – alle Möglichkeiten sind offen. Die Schwierigkeit für viele Paare ist es, den richtigen Zeitpunkt für die Familienplanung zu finden. Die Natur jedoch ist nicht auf dieses Wunschdenken ausgerichtet. Die biologischen Fakten sind gegeben und die Eizellen haben eine begrenzte Lebensdauer. Die macht es wahnsinnig schwierig. Bezüglich möglichen Lösungen habe ich mir auch Gedanken dazu gemacht, ob Social Freezing wirklich das Richtige ist. Ob es nicht zu viel Hoffnung schürt und ‘falsches’ Vertrauen gibt. Ich bin auch überzeugt, dass man mit einer gesunden Lebensweise einiges herausholen kann. Man hat in der chinesischen Medizin Studien gemacht, die ergeben haben, dass man das biologische Alter um rund 4 Jahre zurückdrehen kann. Dies ist sicher nicht bei jedem möglich, aber es gibt hier ganz klar Chancen und Möglichkeiten.
Welches ist der häufigste Fehler, den Kinderwunsch-Paare machen? Wie könnte man diesem entgegen wirken?
Ich sehe immer wieder, dass sich Paare viel zu spät von einem Spezialisten abklären lassen. Sie sind viel zu lange bei ihrem Gynäkologen. Ich sage allen: Habt keine Angst vor der Reproduktionsklinik. Ihr seid nicht gleich bei einer künstlichen Befruchtung, wenn ihr Euch dort angemeldet habt. Das Wichtigste ist: Es sind diejenigen Ärzte die Euch sauber abklären. Eine gründliche Abklärung bei einem Spezialisten ist das A und O.
Welchen Geheimtipp gibst Du Paaren mit auf den Kinderwunsch-Weg?
Ich bin mir bewusst, dass es nicht so einfach umzusetzen ist und sage ihnen das auch. Doch: Sie sollen ihr Leben leben und das Leben geniessen. Sie sollen Jobangebote annehmen, sie sollen reisen, sie sollen sich nicht einschränken lassen vom Kinderwunsch. Stresse Dich nicht darüber, dass Du Stress hast
Häufig sucht sich das Kind den Weg in den unmöglichsten Lebenssituationen. Nikotin ist das Einzige, was ich nicht gut heisse. Eine einzige Zigarette versetzt die Gebärmutter um eine halbe Stunde in die Menopause.
Wenn Du mit dem Finger schnippen könntest und einen Faktor im Bereich des unerfüllten Kinderwunsches ändern könntest: Was wäre es?
Die Enttabuisierung des Themas. Gerade im heutigen Zeitalter würde ich mir mehr Offenheit im Thema wünschen. Die Reproduktionskliniken sind voll und draussen spricht niemand darüber. Vielleicht müsste mal ein Promi darüber sprechen.
Auf was in Deinem Leben bist Du stolz?
Ich bin sicher stolz auf mein Umfeld, auf meinen Mann, auf meine Familie, auf meine Praxis und auf meine Arbeit. Ganz stolz bin ich darauf, dass ich jeden Morgen aufstehen kann und das machen kann, was mir am meisten Spass und Freude macht und mich befriedigt. Dass ich das gefunden habe, ist gleichzeitig das grösste Geschenk in meinem Leben.
Was ist Dein ganz persönlicher grösster Erfolg als Kinderwunsch-Akupunkteurin?
Das ist eine schwierige Frage. Es sind die vielen kleinen Erfolge. Natürlich ist es schön, wenn man die Liste der schwangeren Frauen ergänzen kann. Wenn aber nur schon eine Frau kommt und mir sagt ‘Mit Deiner Unterstützung habe ich wieder Hoffnung gefunden.’ ist das ein Erfolg.
Was war der beste Ratschlag, den Du je bekommen hast?
Es sind die vielen Ratschläge und das Coaching meines Mannes. Dafür bin ich ihm extrem dankbar.
Welches Buch hat Dein Leben verändert und weshalb?
Meine zweite Leidenschaft neben meiner Arbeit ist das Kochen und mein erstes richtige Kochbuch war der Tiptopf. Nach diesem Tiptopf kamen zwar unzählige Kochbücher hinzu, doch dies war die Basis für alles.
Liebe Anja, ich danke Dir ganz herzlich für die geschenkte Zeit und die Beantwortung unserer Fragen!
Website: www.akupunktur-sg.ch
Angebot: TCM begleitend zum Kinderwunsch Coaching
Heute in 2 Wochen: 5 Minuten mit Dr. Elmar Verocai, Kinderwunschzentrum Landeskrankenhaus Feldkirch
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]]>“Der Kinderwunsch ist eines der dynamischsten Felder der Gynäkologie geworden”
Herr Professor Hohl und ich treffen uns an einem verschneiten Januartag in seinem Kinderwunschzentrum Baden. Wir kennen das Zentrum gut, da wir auch einige Klienten von dort betreuen. Es ist eines der Interviews, auf welches ich sehr sehr gespannt bin. Hat doch Prof. Michael Hohl als erster in der Schweiz IVF-Behandlungen durchgeführt und zahlreiche Kinderwunschspezialisten ausgebildet.
Dr. Michael Hohl als Kinderwunsch-Arzt
Prof. Dr. Michael Kurt Hohl studierte an der Universität Basel Medizin. Ab 1982 leitete er die Frauenklinik des Kantonsspitals Baden. Seit 2014 ist er, zusammen mit Dr. Mischa Schneider und Dr. Cornelia Urech-Ruh, ärztlicher Leiter des Kinderwunschzentrums Baden. Professor Hohl ist einer der Pioniere der In-Vitro-Fertilisation (IVF) in der Schweiz. Seit 1989 werden im Kinderwunschzentrum Baden In-Vitro-Fertilisationen durchgeführt.
Herr Prof. Hohl, warum haben Sie sich dafür entschieden Kinderwunsch-Arzt zu werden? Was war Ihre Motivation? Was war der Reiz?
Ich kam von der Chirurgie her, beschäftigte mich intensiv mit einer damals revolutionären neuen Operationstechnik, der Mikrochirurgie, mit der zum ersten Mal ein Durchbruch bei der Behandlung von Kinderlosigkeit gelang, nämlich der Behandlung von Eileiterschäden der Frau. Die wahre Herausforderung und auch Befriedigung als Arzt kam aber durch die Begegnung mit den oft verzweifelten Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch. Ihnen beizustehen und zu helfen, auf dem manchmal langen Weg zum grossen Ziel, war und ist der wichtigste Motivator für mich geblieben. Als ich als Chef nach Baden gewählt wurde, hat mich das grosse Gebiet des Kinderwunsches weiter begleitet. Für mich und mein Team war es eine schöne Gelegenheit, quasi aus dem Nichts, etwas aufzubauen.
1984 haben wir als Erste in der Schweiz einen sogenannten Gametentransfer gemacht. Damals hat man die Eizellen punktiert und zusammen mit den Spermien in den Eileiter eingebracht. So konnte man zum ersten Mal männliche Fertilitätsstörungen überwinden. Bald wurde aber klar, dass wir einen Schritt weiter gehen müssen. Und so haben wir bereits im Jahr 1989 IVF in Baden erfolgreich angewendet. Das war eine Zeit, in welcher dies in anderen Kantonen wie Basel und St. Gallen verboten war. So wurden wir in den 90er-Jahren neben Lausanne das grösste Kinderwunschzentrum in der Schweiz. 1992 durften wir in der Schweiz die revolutionäre ICSI-Methode einführen und konnten so auch schwerste männliche Fruchtbarkeitsstörungen überwinden.
Das Gebiet des Kinderwunsches ist zu einem der dynamischsten Felder innerhalb der Gynäkologie geworden, wo Innovation auf Innovation folgt. Es war für uns immer wichtig, bei allen diesen Entwicklungen vorne dabei zu sein. In den letzten Jahren sind die grössten Fortschritte auf dem Bereich des Hightech Cleanlab Bereichs erfolgt. Dies veranlasste uns ein völlig neues Zentrum aufzubauen, wo diese anspruchsvollen technischen Möglichkeiten umgesetzt werden konnten. Dies hat die Qualität nochmals stark verbessert. Nun können wir sicher sein, dass die so empfindlichen Eizellen, Spermien und Embryonen nicht mehr den toxischen Substanzen ausgeliefert sind, welche aus der Umwelt, den Gebäuden und dem Menschen selbst stammen.
Welches ist die grösste Herausforderung, mit der Kinderwunsch-Paare aus Ihrer Sicht heutzutage konfrontiert sind? Welches sind mögliche Lösungen?
Im Vordergrund steht das zunehmende Alter der Frauen mit Kinderwunsch. Diese Entwicklung ist bedingt durch gesellschaftliche Veränderungen. Dem gegenüber steht die Natur mit den klar beschränkten biologischen Möglichkeiten der alternden Eizellen. Hier setzen neue Forschungswege an, die versuchen dieses Problem zu lösen. Konkrete Ergebnisse sind jedoch noch nicht in Sichtweite. Heute versuchen einige Frauen die Optionen offen zu halten durch das frühzeitige Einfrieren von eigenen Eizellen für später („social freezing“). Eine breite Aufklärung über den Zusammenhang zwischen Alter und zurückgehender Fruchtbarkeit bei Frauen, wäre sinnvoll und hilfreich und damit eine rationale „Familienplanung“.
Empfehlungen des Kinderwunsch-Arztes
Welches ist der häufigste Fehler, den Kinderwunsch-Paare aus Ihrer Sicht machen? Wie könnte man diesem entgegen wirken?
Ich weiss nicht, ob es immer die Kinderwunschpaare sind. Ich möchte es eher neutral formulieren: Es vergeht oft zu viel Zeit. Man ist sich zu wenig bewusst über das verfügbare Zeitfenster. Auch sollte man das Problem Kinderwunsch immer ganzheitlich ansehen und sich nicht auf einzelne Probleme stürzen ohne alle wichtigen Faktoren zu berücksichtigen. So kommt es leider immer noch vor, dass z.B. Eierstöcke stimuliert werden, ohne dass man weiss wie gut die Spermienqualität ist oder ob die Eileiter überhaupt durchgängig sind. Auch Effizienz mit möglichst klarer Zielrichtung ist gefragt. Alle Bemühungen eines guten Kinderwunschzentrums sollten sich vor allem nach den Bedürfnissen der Paare richten.
Wünsche und Erfolge von Dr. Michael Hohl
Welchen Geheimtipp geben Sie Paaren mit auf den Kinderwunsch-Weg?
Geheimtipps sind so eine Sache (lacht). Ich glaube nicht, dass es grosse Geheimtipps gibt. Wichtig ist, dass man wenn nötig auch einmal selbst das Schicksal in die Hand nimmt, sich breit informiert über die vorhandenen Möglichkeiten um sich dann einem professionellen Team anzuvertrauen.
Auf was in Ihrem Leben sind Sie stolz?
Auf meine Familie: Meine Frau, unsere wunderbaren Töchter und herzigen Grosskinder, die uns jeden Tag wieder neu überraschen. Man kann schon stolz sein, das Wichtigste ist aber einfach die Freude, dass es so ist. Im beruflichen Umfeld freue ich mich, dass wir so viele Ärztinnen und Ärzte ausbilden durften und so das Wissen auf die nächste Generation übertragen konnten.
Was ist Ihr ganz persönlicher grösster Erfolg als Kinderwunsch-Arzt?
Es sind die Dinge, die gelingen, obwohl man nicht damit rechnet. Ich erinnere mich zum Beispiel an eine Frau, die ich operiert habe, die über 100 Myome in ihrer Gebärmutter hatte. Viele hielten diese Situation für aussichtslos. Ich dachte, wir müssten es zumindest probieren, da die Patientin keine andere Chance hatte. Heute hat diese Frau ein Kind. Mit dabei ist aber auch immer ein Quäntchen Glück.
Persönlich
Was war der beste Ratschlag, den Sie je bekommen haben?
Ich habe so viele gute Ratschläge erhalten, doch ich konnte sie nicht immer alle annehmen. Das ist manchmal der Fehler, man merkt es erst später. Ich hatte aber das Glück, sehr gute Eltern zu haben, eine gute Familie, wunderbare Lehrer, Menschen, die einem den Weg gewiesen haben. Gegenüber all diesen, die ich das Glück hatte, auf meinem Weg zu begegnen, hege ich eine grosse Dankbarkeit.
Welches Buch hat Ihr Leben verändert und weshalb?
Kein einzelnes Buch. Aber „DIE BÜCHER“ haben mein Leben immer bereichert und tun es heute noch. Ich habe schon als Kind sehr viel gelesen und lese quer durch. Viel Fachliches, aber auch Belletristik. Die Sprache selbst bedeutet mir viel. Nach fünf Seiten eines Buches merke ich, ob ich es fertig lesen kann oder nicht. Im Fachlichen ist es wahrscheinlich die operative Lehre von Prof. Käser, die mich sehr geprägt hat. Mehr noch vielleicht der Verfasser, der es gelebt hat.
Kinderwunschzentrum Baden
Prof. Dr. med. Michael K. Hohl
Mellingerstrasse 207, 5404 Baden
Tel. 056 500 11 11
Heute in zwei Wochen: 5 Minuten mit Dr. Elisabeth Berger, Lindenhofspital Bern
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Brigitte Weber ist gelernte Pflegefachfrau HF und Anästhesiepflegefachfrau HF und arbeitete während vielen Jahren am Universitätsspital in Zürich. In ihrer TCM-Praxis in Zürich behandelt sie ausschliesslich Frauen mit Menstruationsbeschwerden, Schwangerschaftsbeschwerden und Wechseljahrbeschwerden sowie Paare mit Kinderwunsch. Brigitte Weber ist verheiratet und Mutter von zwei erwachsenen Kindern.
Warum haben Sie sich dafür entschieden TCM-Therapeutin zu werden und sich da speziell auf das Thema Kinderwunsch zu konzentrieren? Was war Ihre Motivation? Was war der Reiz?
Nach meinem ersten Mutterschaftsurlaub arbeitete ich wieder zu 50% als Anästhesieschwester im Notfall OP am Universitätsspital in Zürich. Ich merkte jedoch schon nach kurzer Zeit, dass ich mich beruflich verändern wollte. Da mich alternative Heilmethoden schon immer faszinierten, absolvierte ich die Ausbildung zur Fussreflexzonen-Therapeutin und lernte eine Menge über Meridiane, Yin und Yang und Energieblockaden. Nach der Geburt meines zweiten Sohnes kündigte ich im Spital und eröffnete in Zürich eine Praxis für Fussreflexzonen-Therapie. Bereits nach einem Jahr wollte ich mehr wissen und begann mit der vierjährigen Ausbildung in Traditioneller Chinesischer Medizin samt Praktikum am Rotkreuzspital in Hangzhou, China. Meine Praxis lief von Beginn weg sehr gut, und ich behandelte Kundinnen und Kunden mit vielen verschiedenen Leiden. Allerdings empfand ich es auch zunehmend als schwierig, vom Heuschnupfen über den Tennisarm bis zur ausbleibenden Menstruation alle Leiden erfolgreich zu therapieren.
So nahm ich mir vor sechs Jahren die Schulmedizin zum Vorbild, die ja auch Hausärztinnen und Fachärztinnen wie Gynäkologinnen kennt. Eine Hausärztin behandelt alle «einfachen» Dinge wie Grippe. Eine Spezialistin kennt sich auf einem bestimmten Gebiet besonders gut aus. Und so begann ich mich voll und ganz auf gynäkologische Behandlungen von Frauen mit Mensbeschwerden, Schwangerschaftsbeschwerden und Wechseljahrbeschwerden sowie auf Paare mit Kinderwunsch zu konzentrieren und mich nur noch auf diesem Gebiet weiterzubilden. Ein Entscheid, den ich bis heute nicht bereut habe!
Welches ist die grösste Herausforderung, mit der Kinderwunsch-Paare aus Ihrer Sicht heutzutage konfrontiert sind? Welches sind mögliche Lösungen?
Kinderwunsch – obwohl in den Medien recht präsent – ist noch immer ein Tabuthema. Viele Frauen fühlen sich mit ihrem Problem allein gelassen, hadern mit ihrem Schicksal und fühlen sich in irgendeiner Form «schuldig». Erschreckend viele Frauen haben den Kontakt zu ihrem Körper verloren und entwickeln –bewusst oder unbewusst– regelrechte Hassgefühle gegen ihren Körper und somit auch gegen sich selbst. Weil sie unbedingt ein Kind wollen, verkrampfen sich viele Frauen und vor lauter Kinderwunsch können sie sich nicht mehr an den vielen schönen Dingen des Lebens erfreuen. Ich habe unzählige Frauen behandelt, die just in dem Moment schwanger wurden, als sie losgelassen und ihr Leben in vollen Zügen genossen haben.
Viele Frauen machen ihr Lebensglück von einem Kind abhängig. Wenn es nicht klappt, blasen sie Trübsal und gehen gestresst und genervt durchs Leben. Sexualität wird statt zu einem schönen, harmonischen Erlebnis zu einer Pflichtübung, die nicht zuletzt auch Männer total abturnt und ihnen weder die benötigte Menge noch die benötigte Qualität an Samen entlockt. Viele Kundinnen setzen sich dermassen unter Druck, dass sie auch von mir Sofortlösungen und Wunder erwarten und spätestens nach drei Behandlungen schwanger werden wollen. Eine Patientin hat mir gar einmal ein wütendes Mail geschrieben und alle Termine abgesagt, weil ich beim ersten Termin nur eine Stunde mit ihr gesprochen und keine Nadeln gesteckt habe. Doch eine erfolgreiche TCM-Behandlung braucht Zeit, Einfühlungsvermögen und die Mithilfe der Patientin: Wenn die Kundin nichts in ihrem Leben verändern will, bin ich in der Regel auch machtlos. Da die meisten Patientinnen schon seit Jahren erfolglos versuchen, schwanger zu werden, zitiere ich gerne Albert Einstein: «Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu lassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas ändert.»
Welches ist der häufigste Fehler, den Kinderwunsch-Paare aus Ihrer Sicht machen? Wie könnte man diesem entgegenwirken?
Die Probleme, die sich Frauen mit Kinderwunsch stellen, habe ich mit Frage zwei bereits ausführlich beantwortet. Aus diesem Grund gehe ich hier noch speziell auf die Männer ein. Leider drücken sich noch immer viele Männer vor einem Spermiogramm und betrachten die ausbleibende Schwangerschaft als «Frauenproblem». Dabei ist heute längst erwiesen, dass die Ursache in etwa zu ⅓ beim Mann, zu ⅓ bei der Frau und zu ⅓ bei beiden liegt. Untersuchungen der Schweizer Armee zeigen, dass die Spermienqualität in den vergangenen Jahren massiv abgenommen hat. Andere Studien belegen auf eindrückliche Art und Weise, dass Akupunktur die Qualität der Spermien massiv verbessern kann. Doch im Unterschied zu den Frauen bringen viele Männer die Disziplin für eine TCM-Behandlung nicht auf: Oft sind Job und Champions League wichtiger und die vereinbarten Termine werden kurzfristig wieder abgesagt. Doch der Erfolg stellt sich auch bei Männern nur ein, wenn sie sich an den Behandlungsrhythmus halten, den ich ihnen vorgebe.
Welchen Geheimtipp geben Sie Paaren mit auf den Kinderwunsch-Weg?
Auch wenn das jetzt für die eine oder andere esoterisch und abgehoben klingt: Die beste, einfachste und eine der wirkungsvollsten Methoden sind Affirmationen: Frauen, die sich jeden Morgen vor dem Aufstehen Sätze sagen wie: «Ich habe heute einen guten Tag», «Ich bin gesund», «Ich bin glücklich» erschliessen sich nicht selten ein völlig neues Lebensgefühl. Eine weitere ebenso einfache wie wirkungsvolle Methode: Frau stellt sich am Morgen vor den Spiegel, schaut sich bewusst an, lässt die Schultern fallen, streckt die Brust nach vorne und reckt den Kopf gerade aus. Wer das tut, fühlt sich augenblicklich selbstbewusster und nicht mehr als Opfer. Und das wiederum hat massive Auswirkungen auf eine erfolgreiche Kinderwunschbehandlung.
Wenn Sie mit dem Finger schnippen könnten und ein Faktor im Bereich des unerfüllten Kinderwunsches ändern könnten, was wäre es?
Dann würde ich mir wünschen, dass alle Frauen mit Kinderwunsch lernen, sich wieder Zeit für sich und ihren Körper, Geist und Seele zu nehmen und sich selbst jeden Tag etwas Gutes zu tun. So würden sie ganz viel Ruhe und Gelassenheit in ihr Leben holen. Erschreckend viele Frauen haben nämlich den Kontakt zu ihrem Körper komplett verloren. Sie müssen erst wieder lernen, bewusst wahrzunehmen, was mit ihnen und ihrem Körper geschieht. Für viele Frauen ist es auch ganz wichtig, dass sie sich bewusst werden, was sie persönlich im Leben wollen und was ihre eigenen Wünsche und Bedürfnisse sind. Und natürlich ist es ganz wichtig, dass sich Paare wieder mehr Zeit für ihre Sexualität nehmen und diese –wie zu Beginn der Beziehung– geniessen und ausleben. Sex darf nicht zu einem lästigen Pflichtakt verkommen und nur noch dann stattfinden, wenn es der Babyplaner sagt!
Auf was in Ihrem Leben sind Sie stolz?
Auf meine Beziehung, auf meine Kinder, auf meinen Werdegang und auf die Tatsache, dass ich mich immer weiter entwickle und ständig neue Herausforderungen anpacke. So war es für mich bis vor kurzem undenkbar, vor einer Gruppe von Leuten zu sprechen. Ich bin zwar ein sehr kommunikativer Mensch und liebe den Kontakt mit «meinen» Frauen. Aber vor einer Gruppe sprechen? Nie im Leben! Nun halte ich im kommenden Januar einen Vortrag vor 160 Medizinischen Praxisassistentinnen – und freue mich sogar darauf!
Was ist Ihr ganz persönlicher grösster Erfolg als TCM-Therapeutin?
Für mich ist es immer eine grosse Freude und Bestätigung, wenn eine Kundin ihr ganz persönliches Ziel erreicht. Selbstverständlich freue ich mich auch über die unzähligen Geburtsanzeigen, die überall in meiner Praxis hängen und über die vielen positiven Rückmeldungen meiner Kundinnen, die ich auch auf meiner Webseite veröffentlicht habe.
Was war der beste Ratschlag, den Sie je bekommen haben?
Das war kein einzelner Ratschlag. Das war ein ganzes Buch voller Ratschläge: «Weiblichkeit leben» von Leila Bust. Weil sich durch das Buch meine eigene Weiblichkeit verändert hat – ich kann mich heute annehmen wie ich bin und liebe alle Facetten meiner Persönlichkeit.
Wir danken Ihnen ganz herzlich für die Beantwortung unserer Fragen!
Website: www.tcm-gyni.ch
Heute in zwei Wochen: 5 Minuten mit Dr. Ikbale Siercks, Kinderwunsch-Zentrum FIORE
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Zur Person
Zenka Ressiga arbeitet seit über 20 Jahren als Körpertherapeutin in ihrer eigenen Praxis in Zürich.
Ihre therapeutische Basis sind Aus-und Weiterbildungen in Massage, Craniosacraler-Therapie, systemischer Beratung und Meditation. Darauf aufbauend ist ihr grösstes Anliegen, die Individualität des Menschen, mit dem sie arbeitet, zu erfassen um darauf aufbauend die Therapie zu gestalten. Denn die gleiche Diagnose bedeutet nicht unbedingt die gleiche Behandlung.
Warum hast Du Dich dafür entschieden Körpertherapeutin zu werden und Dich da speziell auf das Thema Kinderwunsch zu konzentrieren?
Ich habe dieses Thema nicht gesucht, es hat mich gefunden. Ich hatte 1998 die erste Klientin, die mich aufgesucht hat mit dem Wunsch sie bei einer IVF zu begleiten. Damals war das ganze Thema IVF noch ein Tabu-Thema für viele Menschen. Mich fasziniert das Thema „Leben zu schenken“ und die Auseinandersetzung mit dem „Frau-Sein“ und „Mann-Sein“, da gehört das Thema „Kinder haben oder nicht haben“ meistens dazu. Es ist eine Reise in die eigene Seele und ich sehe mich quasi als Reisebegleiterin.
Welches ist die grösste Herausforderung, mit der Kinderwunsch-Paare aus Deiner Sicht heutzutage konfrontiert sind? Welches sind mögliche Lösungen?
Dass in unserer heutigen Welt so viel machbar ist, macht es uns allen nicht nur leichter. Sich immer wieder bewusst zu machen was wir, in der Beziehung und im Leben, alles schon haben und trotzdem Gefühle wie Angst, Trauer und Wut im Alltag zuzulassen, ist ein Lösungsansatz.
Welches ist der häufigste Fehler, den Kinderwunsch-Paare aus Deiner Sicht machen? Wie könnte man diesem entgegenwirken?
Oft vernachlässigen Paare in der Zeit von Abklärungen und IVF’s ihre Beziehung und auch ihre Sexualität. Das ist schade, denn mehr Genuss und Entspannung und ein (humorvolles) Verständnis dafür, dass für Frau und Mann diese Zeit oft etwas anderes bedeutet, würde vielen helfen.
Welchen Geheimtipp gibst Du Paaren mit auf den Kinderwunsch-Weg?
Die Qualität ihrer Beziehung nicht nur über den Kinderwunsch zu definieren.
Wenn Du mit dem Finger schnippen könntest und ein Faktor im Bereich des unerfüllten Kinderwunsches ändern könntest, was wäre es?
Dass die Themen IVF, Samen- und Eizellenspende sowie Leihmutterschaft werteneutral behandelt würden und kein Tabu in unserer Gesellschaft mehr wären.
Auf was in Deinem Leben bist Du stolz?
Dass ich mich meiner eigenen Auseinandersetzung mit dem Thema der Kinderfrage, mit all seinen Schwierigkeiten gestellt habe.
Was ist Dein ganz persönlicher grösster Erfolg als Körpertherapeutin?
Es gibt nicht den einen grossen Erfolg für mich. Meine grossen und kleinen Erfolge liegen darin, in die Einzigartigkeit der Leben mit meinen Klienten einzutauchen. Für jeden Mensch stimmt etwas anderes. Und das Unstimmige in solchen Phasen auch mit auszuhalten und nicht zu früh aufzugeben, wenn wir innerlich noch nicht dazu bereit sind. Ungeachtet dessen, was unsere Umwelt davon hält, das ist Erfolg.
Was war der beste Ratschlag, den Du je bekommen hast?
Sei Dich selbst und nimm Dir den Freiraum den Themen nachzugehen, die Dich bewegen.
Welches Buch hat Dein Leben verändert und weshalb?
Das sind viele, vor allem aus der Systemtherapie und alle haben sie Einfluss genommen auf mein Leben! Aber eines aus den letzten Jahren, ist das Buch „Intimität und Leidenschaft“ von David Schnarch. Es appelliert an unsere Autonomie und Selbstverantwortung innerhalb einer Beziehung, das tut immer gut! Sich wirklich auf ein Gegenüber einzulassen tun wir am besten, wenn wir gut bei uns selber sind.
Website: www.ressiga.ch
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Ich habe Prof. von Wolff vor vielen Jahren am Inselspital in Bern kennen gelernt und war sofort begeistert von seinem unglaublichen Engagement für die Frauen und seine umfangreiche Forschung im Bereich der Reproduktionsmedizin. Umso mehr freue ich mich nun, dass er sich die Zeit genommen hat, uns spannende Antworten auf unsere Fragen zu geben. Ein absolut lesenswertes Interview!
Prof. von Wolff wurde 1966 in Aachen, Deutschland geboren und hat drei Kinder, Johannes, Constantin und Carolina. Ausgebildet wurde er in Aachen, London und Basel, gearbeitet hat er in Aachen, München, New York, Heidelberg. Seit 2009 leitet er die Abteilung für Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin der der Universitätsfrauenklinik am Inselspital in Bern. In Heidelberg erhielt er 2007 eine assoziierte Professur, in Bern im Jahr 2010.
Wenn er nicht in der Klinik und auf Kongressen ist und dort seinem Hobby, der Forschung nachgeht, findet man ihn am ehesten bei seinen Kindern in Heidelberg oder beim Bergsteigen rund um den Globus.
Herr Prof. von Wolff, warum haben Sie sich dafür entschieden Kinderwunsch-Arzt zu werden? Was war Ihre Motivation? Was war der Reiz?
Mein Weg zum Kinderwunscharzt war ein Weg, der auf vielen Zufällen beruhte. Somit wäre es übertrieben zu behaupten, dass diese Tätigkeit die logische Folge einer langen Lebensplanung war. Allerdings habe ich mich schon als Medizinstudent für die Entstehung des Lebens, d.h. für die Biologie der Reproduktion, interessiert. Deswegen habe ich mir eine Doktorarbeit in diesem Bereich gesucht, aufgrund derer ich eine Tätigkeit in der Gynäkologie erhalten hatte und später dann im Bereich der Reproduktionsmedizin. Auch habe ich drei Kinder, was ich mir seit meiner Kindheit gewünscht hatte. Das grosse Glück eigener Kinder ist eine wesentliche Triebfeder, anderen Paaren auch dieses Glück zu ermöglichen.
Welches ist die grösste Herausforderung, mit der Kinderwunsch-Paare aus Ihrer Sicht heutzutage konfrontiert sind? Welches sind mögliche Lösungen?
Das alte Modell der Rollenverteilung, bei dem der Vater für das Einkommen sorgt und die Mutter nach den Kindern geschaut hat, hat weitgehend ausgedient. Das ist natürlich auf der einen Seite ein grosser Fortschritt, auf der anderen Seite ist es oft nicht einfach, einen Beruf mit Kindern zu verbinden. Es ist zwar möglich, aber viele Paare haben deswegen nur noch 1-2 Kinder. Hier helfen nur gute Kinderbetreuungsprogramme, wofür die Politik gefragt ist.
Welches ist der häufigste Fehler, den Kinderwunsch-Paare aus Ihrer Sicht machen? Wie könnte man diesem entgegen wirken?
Viele Paare warten zu lange. Wer 2-3 Kinder haben will, muss spätestens mit ca. 30 Jahren an eine Familiengründung denken. Wenn alle Paare so vorgehen würden, hätten wir Kinderwunschärzte nicht mehr viel zu tun.
Welchen Geheimtipp geben Sie Paaren mit auf den Kinderwunsch-Weg?
Früh starten, Geduld haben und sich nicht zu sehr unter Druck setzen lassen.
Wenn Sie mit dem Finger schnippen könnten und ein Faktor im Bereich des unerfüllten Kinderwunsches ändern könnten, was wäre es?
Die Krankenkasse würde alle Kinderwunschtherapien erstatten. Eine Sterilität ist gemäss der Weltgesundheitsorganisation eine Erkrankung, weswegen es aus meiner Sicht inakzeptabel ist, dass Paare viele Therapien selbst zahlen müssen. Dies ist nicht nur unfair, sondern auch eine soziale Ungerechtigkeit wegen der hohen Kosten, die sich nicht jeder leisten kann.
Auf was in Ihrem Leben sind Sie stolz?
Am meisten bin ich auf meine drei Kinder stolz.
Was ist Ihr ganz persönlicher grösster Erfolg als Kinderwunsch-Arzt?
Ich hatte und habe noch immer die grosse Freude, zwei Bereiche der Reproduktionsmedizin in der Schweiz und in Deutschland einzuführen und weiter zu entwickeln. So existiert seit einigen Jahren zum einen ein tragfähiges Netz aus Zentren, die sich um den Fruchtbarkeitserhalt bei Krebserkrankungen kümmern und zum anderen haben Paare in der Schweiz inzwischen die Möglichkeit, In-vitro-Fertilisationen ohne Hormonstimulationen durchzuführen, was viele Frauen als einen grossen Fortschritt erachten.
Was war der beste Ratschlag, den Sie je bekommen haben?
„Follow your heart!“ und „Lebe Deinen Traum!“.
Welches Buch hat Ihr Leben verändert und weshalb?
„In eisige Höhen“ von Jon Krakauer über die Besteigung des Mount Everest. Es hat mir gelehrt, dass jeder Berg und somit fast jede Hürde überwunden werden kann. Dies aber nur mit viel Geduld, Ausdauer und grosser Vorsicht.
Wir danken Ihnen ganz herzlich für die Beantwortung unserer Fragen!
Zu den Webseiten von Prof. Dr. von Wolff:
www.kinderwunschzentrum-bern.ch
www.IVF-Naturelle.ch
www.fertiprotekt.ch
Heute in zwei Wochen: 5 Minuten mit Brigitte Weber, TCM-Gynäkologie Zürich
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]]>‘Die grösste Freude: Das Strahlen in den Augen der Frauen, wenn sie schwanger sind.’
Ich verabrede mich mit Frau Siercks zu einem Telefoninterview. Dr. Ikbale Siercks ist Kinderwunsch-Ärztin und seit 2012 im Team von Kinderwunsch-Zentrum FIORE in St. Gallen tätig. Sie lebt mit ihrem Partner und ihren zwei Mädchen in St. Gallen. Ich habe Frau Siercks vor ein paar Jahren im Fiore kennen lernen dürfen. Besonders beeindruckt hat mich nebst ihren fachlichen Kompetenzen ihre Begeisterung für psychosomatische Medizin, welches für sie nicht nur ein weiteres Spezialgebiet ist, sondern welches sie auch im täglichen Kontakt mit den Kinderwunsch-Paaren lebt.
Dr. Ikbale Siercks als Kinderwunschärztin
Liebe Frau Siercks, warum haben Sie sich dafür entschieden Kinderwunsch-Ärztin zu werden? Was war Ihre Motivation? Was war der Reiz?
An der Reproduktionsmedizin – und insbesondere am Fiore, wo ich heute arbeite – gefällt es mir besonders gut, dass ein geschützter, feiner Rahmen angeboten wird, in dem man Patienten individuell betreuen und auch viel bewirken kann.
Welches ist die grösste Herausforderung mit der Kinderwunsch-Paare aus Ihrer Sicht heutzutage konfrontiert sind? Welches sind mögliche Lösungen?
Ich habe beobachtet, dass das Realisieren, dass auf natürlichem Wege keine Schwangerschaft eintritt und man vielleicht ärztliche Hilfe braucht, eine immense Herausforderung sein kann. Man sollte ja zum schwanger werden nicht einen Arzt oder ein Institut aufsuchen müssen. Demnach fällt es vielen Paaren nicht leicht, den Schritt in die Kinderwunschklinik zu wagen. Für mich als Ärztin ist die grösste Herausforderung, den Ansprüchen der Paare gerecht zu werden. Alle haben zwar den Wunsch nach einem Kind, doch deren Vorstellungen und der Weg dahin sind sehr verschieden. Ich frage mich deshalb immer: Was kann ich Gutes dazu beitragen? Wie kann ich, als Spezialistin, diesen verschiedenen Vorstellungen gerecht werden, ohne das Paar zu überfordern?
Empfehlungen der Kinderwunschärztin
Welches ist der häufigste Fehler, den Kinderwunsch-Paare machen? Welches sind Ihre Erfahrungen und wie könnte man diesem entgegen wirken?
Das Zeitmanagement. Die meisten wollen sofort und im ersten Zyklus schwanger werden und setzen sich dadurch unter grossen Druck. Dies betrifft auch das Zeitmanagement zwischen den Zyklen. Die Kinderwunsch-Paare sind eigentlich immer in der Warteschleife. Meistens wird diese Zeit nicht gut genutzt. Sie schauen später zurück und sagen: Wir haben überhaupt nicht gelebt in dieser Zeit. Deshalb bespreche ich mit den Paaren z.B. nach einer künstlichen Befruchtung ganz speziell die zwei-wöchige Wartezeit zwischen dem Embryotransfer und dem Schwangerschaftstest. Ich schlage ihnen vor, dass sie aktiv die Freizeit gestalten wie z.B. Freunde einladen oder zusammen als Paar etwas Schönes unternehmen, damit es keine „verlorene Zeit“ ist.
Welchen Geheimtipp geben Sie Paaren mit auf den Kinderwunsch-Weg?
Ein bisschen Geduld zu haben und den Ärzten zu vertrauen. Oftmals sieht es insgesamt gut aus, auch wenn gerade ein bestimmter Zyklus nicht optimal gelaufen ist. Weiterhin stehen die Paare extrem unter Druck und müssen neben Arbeit, Partnerschaft und sozialem Umfeld auch noch die Kinderwunschbehandlung „in den Griff“ bekommen. Ich versuche sie zu ermutigen, dass sie Dinge, wie z.B. die Behandlung, den Ärzten abgeben dürfen, um sich zu entlasten.
Wünsche und Erfolge von Dr. Ikbale Siercks
Wenn Sie mit dem Finger schnippen könnten und einen Faktor im Bereich des unerfüllten Kinderwunsches ändern könnten, was wäre es?
Dass, wenn es bei einer künstlichen Befruchtung einen Embryo gibt, alle Frauen schwanger werden! Wenn sie schon diesen grossen Schritt machen, ist es für alle Beteiligten immer frustrierend, wenn es nicht klappt.
Auf was in Ihrem Leben sind Sie stolz?
Ich bin ein bisschen stolz, dass ich meinem Umfeld mehr soziales Denken mitgeben konnte. Weniger Egoismus, mehr Sozialverantwortung für Mitmenschen und Umwelt. Das ist für mich eine ganz, ganz wichtige Lebensgrundlage.
Was ist Ihr ganz persönlicher grösster Erfolg als Kinderwunsch-Ärztin?
Der grösste Erfolg ist das Strahlen in den Augen der Frauen zu sehen, wenn sie schwanger sind. Darüber freue ich mich unendlich, immer wieder von Neuem!
Persönlich
Was war der beste Ratschlag, den Sie je bekommen haben?
Dass ich so bleiben soll, wie ich bin.
Welches Buch hat Ihr Leben verändert und weshalb?
Ich bin eine Gedichtband-Leserin. Mein Lieblingsdichter ist Erich Fried. Seine Gedichte bedeuten mir viel. Es geht oft um die Liebe, das gibt mir viel zum Nachdenken. Ich liebe seine Art zu schreiben und die Dinge zu sehen.
Ein Gedicht von ihm zum Thema Treue gefällt mir ganz besonders. Es heisst:
Ein gebrochenes Versprechen ist ein gesprochenes Verbrechen. Aber kann nicht ein ungebrochenes Versprechen ein ungesprochenes Verbrechen sein?
Das ist genial.
Liebe Frau Siercks, es war mir eine riesige Freude! Ich danke Ihnen ganz herzlich für Ihre wertvolle Zeit!
Fiore ist ein Fachinstitut für Reproduktionsmedizin und gynäkologische Endokrinologie. Gemäss Leitbild umfasst der Leistungsauftrag des fiore die «medizinisch unterstützte Fortpflanzung beim Menschen, die Erhaltung und Wiederherstellung der reproduktiven Gesundheit der Frau und die Behandlung von gynäkologisch-endokrinologischen Erkrankungen bei Frauen im fortpflanzungsfähigen Alter».
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Herr Dr. Verocai, warum haben Sie sich dafür entschieden Kinderwunsch-Arzt zu werden? Was war Ihre Motivation? Was war der Reiz?
Als junger Assistenzarzt hatte ich das grosse Glück bereits im Jahr 1984 am Aufbau des IVF Zentrums am LKH Feldkirch mitwirken zu dürfen. Kurz davor war das erste IVF Baby in Österreich geboren worden. Dies motivierte uns sehr und schon bald konnte auch an unserem Zentrum eine Schwangerschaft erzielt werden. Die Fortpflanzungsmedizin hat seither rasante Fortschritte gemacht. An dieser Entwicklung teilzunehmen und Paaren zur Erfüllung ihres Kinderwunsches zu verhelfen fasziniert mich bis heute.
Welches ist die grösste Herausforderung, mit der Kinderwunsch-Paare aus Ihrer Sicht heutzutage konfrontiert sind? Welches sind mögliche Lösungen?
Von Seiten der Gesellschaft lastet ein gewaltiger Druck auf den Paaren. Viele sind frustriert, weil das „Normalste von der Welt“ nicht funktioniert. Wenn dann eine Behandlung stattfindet, möchte man es verheimlichen, was zusätzlich Stress erzeugt. Ich würde mir einen natürlichen Umgang mit diesem Thema wünschen und dass man darüber ganz offen sprechen kann. Das nähme sehr viel Druck aus dem gesamten Behandlungsverlauf. Dabei könnte ein begleitendes Coaching unterstützend wirken.
Welches ist der häufigste Fehler, den Kinderwunsch-Paare aus Ihrer Sicht machen? Wie könnte man diesem entgegen wirken?
Der häufigste Fehler, mit dem wir jeden Tag konfrontiert werden, ist, dass Paare zu lange warten, bis sie sich ärztlichen Rat einholen. So verstreicht oft wertvolle Zeit bis eine Abklärung der Ursachen durchgeführt wird und die Behandlung des Kinderwunsches beginnen kann. Eine Schlüsselrolle fällt dabei den niedergelassenen Gynäkologen zu, die das Thema ansprechen sollten und gegebenenfalls in ein entsprechendes Zentrum überweisen.
Welchen Geheimtipp geben Sie Paaren mit auf den Kinderwunsch-Weg?
Der Weg zu einem Wunschkind kann manchmal sehr dornig sein, daher ist es sehr wichtig, dass Paare einander uneingeschränkt unterstützen und zusammenhalten. Trotz aller Belastungen sollte man darauf achten, dass die Freude und das Schöne in der Beziehung nicht zu kurz kommen.
Wenn Sie mit dem Finger schnippen könnten und ein Faktor im Bereich des unerfüllten Kinderwunsches ändern könnten, was wäre es?
Leider haben viele Frauen aufgrund ihres Alters oder wegen einer vorzeitigen Erschöpfung ihrer Eizellreserve eine geringe Chance auf eine erfolgreiche Schwangerschaft. Wenn ich mit den Fingern schnippen könnte, wünschte ich auch diesen Paaren eine hohe Erfolgsrate.
Auf was in Ihrem Leben sind Sie stolz?
Ich bin stolz darauf, zu den IVF Pionieren in Westösterreich zu gehören. Zusammen mit meinem Freund und Mentor Dr. Herbert Gschließer ist es uns gelungen bereits 1984 ein erfolgreiches IVF Zentrum am Landeskrankenhaus Feldkirch zu installieren. An der kontinuierlichen Weiterentwicklung und Perfektionierung wirke ich bis heute massgeblich mit.
Was ist Ihr ganz persönlicher grösster Erfolg als Kinderwunsch-Arzt?
IIn jungen Jahren habe ich selbst eine Familie gegründet. Dies betrachte ich als mein grösstes Glück! Deshalb möchte ich gerne junge Menschen darin bestärken diesen Schritt zu wagen.
Was war der beste Ratschlag, den Sie je bekommen haben?
Der beste Ratschlag ,den ich je bekommen habe war mich selbständig zu machen. Ich habe auf Grund dessen 2003 eine Facharztpraxis in Bregenz eröffnet. Das hat mir beruflich sehr viel Freiheit und eigene Gestaltungsmöglichkeiten gegeben.
Welches Buch hat Ihr Leben verändert und weshalb?
Nicht ein einzelnes Buch vermag das Leben zu verändern, aber die Summe der Literatur, die man im Laufe des Lebens liest, beeinflusst das eigene Weltbild. Einer meiner Lieblingsautoren ist Stefan Zweig, der ein überzeugter Pazifist und Humanist war:
…“leise ist sein Werk gewachsen, schweigsam wie immer das Grosse geschieht,
im Abseits ist es entstanden, wie alles Vollendete geschieht…“.
Herr Dr. Verocai, wir danken Ihnen ganz herzlich für die Beantwortung unserer Fragen!
Zur Webseite:
www.khbg.at/feldkirch/kinderwunschzentrum
The post 5 Minuten mit Dr. med. Elmar Verocai appeared first on Kinderwunsch Coaching.
]]>The post 5 Minuten mit Simone Lippuner appeared first on Kinderwunsch Coaching.
]]>Wir treffen uns an einem der letzten Spätsommertage bei blauem Himmel und angenehmen 25°C auf der Terrasse des Restaurant Yoshis im Zürcher Seefeld.
Persönliches
Simone Lippuner ist seit 14 Jahren selbständig als Akupunkteurin mit eigener Praxis in Zürich. Nach der Geburt ihres ersten Kindes 2004, hat sie sich auf Begleitung in der Schwangerschaft und Geburtsvorbereitung spezialisiert. Seit 4 Jahren ist sie Spezialistin für Kinderwunsch-Akupunktur.
Die Methode
Die Akupunktur bei unerfülltem Kinderwunsch hat sich sowohl bei Frauen als auch bei Männern bewährt und kann einer natürlichen Schwangerschaft auf die Sprünge helfen. Sie wird jedoch auch zur Unterstützung in der Reproduktionsmedizin erfolgreich eingesetzt.
Simone arbeitet mit der japanischen Akupunktur. Das ist eine sehr feine Nadeltechnik, d.h. die Nadeln gehen nicht so tief und sind auch viel feiner als normale Akupunkturnadeln (als Vergleich: Normale Spritzen sind um ein Vielfaches dicker als diese fast fadenartigen weichen Nädelchen). Diese sanfte, fast schmerzfreie Methode wird als sehr angenehm empfunden. Sie ist sehr wirkungsvoll und insbesondere auch für Menschen geeignet, die Angst vor Nadeln haben.
Was war Deine Motivation Dich in der Akupunktur gerade auf das Thema Kinderwunsch zu spezialisieren?
Ausschlaggebend waren persönliche Geschichten aus meinem Bekanntenkreis, die mich betroffen gemacht haben. Und natürlich auch das Wissen, dass Akupunktur zu diesem Thema einen guten Beitrag leisten kann.
Welches ist die grösste Herausforderung mit der Kinderwunsch-Paare heutzutage konfrontiert sind? Welches sind mögliche Lösungen?
Ich glaube schon die emotionale Belastung, die das Thema für das Paar mitbringt. Ein wichtiger Lösungsansatz ist, dass jeder sich selbst bleibt und jeder auch gut zu sich schaut. Klar ist es wichtig, dass man als Paar entscheidet, doch man muss auch berücksichtigen was für jeden ganz individuell stimmt und wie weit man gehen kann und will. Der Wunsch ist ja für die Frau meist grösser. Sie ist bereit weiter zu gehen. Der Mann braucht da vielleicht mehr Zeit.
Welches ist der häufigste Fehler, den Kinderwunsch-Paare machen? Wie könnte man diesem entgegen wirken?
Nicht bei sich bleiben. Sich in ein Schema reinpressen lassen, welches man nicht vertreten kann. Dinge zu tun, die man selbst gar nicht tun will. Zum Beispiel auch dem Partner zuliebe.
Welchen Geheimtipp gibst Du Paaren mit auf den Kinderwunsch-Weg?
Da kommt es ganz darauf an, an welchem Punkt sie stehen. Ob sie noch ganz am Anfang sind oder schon einiges getan haben. Auch da würde ich wieder auf die Beziehung setzen: Tut Euch Gutes, schaut darauf, dass Eure Beziehung blühen und Früchte tragen kann. Aus der Akupunktur gibt es natürlich gewisse Punktekombinationen, die sensationell sind und mit denen ich viel Erfolg habe. Doch die sind auch nicht für alle. Ich arbeite wirklich sehr individuell. Deshalb kann ich auch nicht sagen, dass es bei jedem so und so viele Sitzungen oder dieses oder jenes Schema braucht.
Wenn Du mit dem Finger schnippen könntest und einen Faktor im Bereich des unerfüllten Kinderwunsches ändern könntest: Was wäre es?
Mein erster Impuls: Dass die Eizellen ewig jung bleiben! Das wäre schön. Denn daran scheitern viele. Es ist nicht nur eine medizinische Sache. Denn die tickende biologische Uhr löst wahnsinnig viel Druck und Stress aus und das wiederum blockiert.
Auf was in Deinem Leben bist Du stolz?
Auf meine Kinder. Und darauf, dass ich jeden Tag den Job ausüben darf, der mein absoluter Traumjob ist.
Was ist Dein ganz persönlicher grösster Erfolg als Kinderwunsch-Akupunkteurin?
Es gibt davon zum Glück schon einige individuell sehr sehr schöne Geschichten und Erfolge. Es ist jedoch weniger ein einziges bestimmtes Erfolgserlebnis. Der schönste Part für mich ist, dass ich den Frauen und Paaren inmitten der Technik ein Stück Menschlichkeit schenken kann. Dass ich sie auf einem wichtigen Teilstück ihres Lebens begleiten kann und sie immer wieder zum Lächeln bringen kann, auch wenn der ‚Erfolg Kind’ noch nicht da ist.
Was war der beste Ratschlag, den Du je bekommen hast?
Der war von meiner Mutter: Bescheidenheit in jeder Hinsicht, Bodenständigkeit, der Mensch sein und bleiben der man ist.
Welches Buch hat Dein Leben verändert und weshalb?
Das tibetische Totenbuch. Leben und Tod sind so nahe beieinander. Durch die Betrachtung vom Tod sieht man das Lebendige mehr. Das passt auch zum Kinderwunsch. Vielleicht ist dies auch ein Grund, weshalb mich das Thema so fasziniert. Das Leben ist nirgends so lebendig wie dort, wo Leben entsteht. Dieses Buch hat mir das Leben näher gebracht.
Liebe Simone, ich danke Dir ganz herzlich für die geschenkte Zeit und die Beantwortung unserer Fragen!
Website: http://www.akupunktur-tuinatherapie.ch/
Heute in 2 Wochen: 5 Minuten mit Prof. Dr. med. Michael K. Hohl, Kinderwunschzentrum Baden
The post 5 Minuten mit Simone Lippuner appeared first on Kinderwunsch Coaching.
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